
Die Wahrheit über Hochdruck-Quecksilberlampen in der Textilindustrie
Fragen Sie sich jemals, wie aus einem rohen Stoff ein fertiges Kleidungsstück wird – ohne dass Tinte verschmiert oder die wasserdichte Schicht abplatzt? Das Geheimnis liegt meist in diesen Hochdruck-Quecksilberlampen. Im Grunde genommen sind sie die unsichtbaren „Arbeitstiere“ in den Fabriken.
Meistens werden diese Lampen zur Photopolymergierung verwendet. Das bedeutet, dass UV-Licht dazu dient, flüssige Harze fast sofort in feste Filme zu verwandeln.
Warum nicht einfach LEDs nutzen?
Textilfarben und -beschichtungen sind anspruchsvoll. Sie benötigen verschiedene Photoinitiatoren – eine LED mit nur einer Wellenlänge reicht dabei nicht aus, um alle davon zu aktivieren.
Diese Quecksilberlampen erzeugen ein breites Spektrum an UV-Strahlen – insbesondere in den UVC- und UVB-Bereichen. Dadurch entsteht ein intensives Plasma, das selbst dicke Schichten von Tinte durchdringen kann – auch auf Stoffen, die wie Schwämme wirken. Das ist wirklich beeindruckende Leistung.
Das Problem mit der Hitze
Es ist aber nicht immer einfach. Diese Lampen werden sehr heiß. Man muss darauf achten, die Temperatur richtig einzustellen – sonst kann der Lichtbogen unkontrolliert werden. Doch das größte Problem ist die thermische Belastung. Wenn die Lampe zu nahe am Stoff steht, können die synthetischen Stoffe beschädigt werden. Niemand möchte schließlich einen verbrannten Polyesterstoff haben.
Man muss also den richtigen Ausgleich finden: Die Geschwindigkeit des Transportbands sowie die Leistung der Kühllüfter müssen so eingestellt werden, dass der Stoff kühl bleibt – gleichzeitig soll die UV-Strahlung stark genug sein, um eine vollständige Aushärtung zu erreichen. Es handelt sich dabei um ein gewisses Gleichgewichtsspiel.
Wo werden diese Lampen eingesetzt?
Wir verwenden diese Systeme in drei Schritten: Zuerst bei dem Druckvorgang – damit die Tinte sofort aushärtet und nichts verschmiert. Danach bei der Beschichtung – damit Substanzen wie Brandhemmer oder wasserdichte Schichten aufgetragen werden können. Schließlich bei der Endbehandlung – dabei hilft Ozon dabei, übrig gebliebene chemische Gerüche zu beseitigen.
Ein letzter Tipp
Wenn Sie eine Hochgeschwindigkeitslinie betreiben, überprüfen Sie unbedingt Ihre Reflektoren. Abgenutzte Aluminiumreflektoren können die Leistung um 20 % oder mehr verringern. In solchen Fällen muss die gesamte Linie verlangsamt werden, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Das ist ein echter Produktivitätsverlust. Ersetzen Sie die Lampen daher frühzeitig, bevor sie völlig ausgebrannt sind. So bleibt die gesamte Linie in Betrieb – auch während der Hochphase der Produktion.